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„Mädchen sind nicht weniger wert als Jungen“ – Lohngleichheit aus Kinderaugen

Ein Video der finnischen Finanz-Gewerkschaft Finansforbundet verdeutlicht auf charmante Weise ein allzu uncharmantes Problem: den Pay Gap zwischen Frauen und Männern im Finanzsektor. Mit seiner einfachen wie wirksamen Message wirft der kurze Film, der User-Meinungen auf Plattformen wie YouTube spaltet, auch hierzulande Fragen auf.

Von Tobias Schenkel - 08. November 2018

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Frauen, die im Finanzsektor tätig sind, verdienen in Finnland durchschnittlich 20 Prozent weniger als Männer. Um auf diese Diskrepanz aufmerksam zu machen, veröffentlichte die finnische Gewerkschaft Finansforbundet Anfang des Jahres ein Video, welches die Logik hinter dem sogenannten Pay Gap anhand eines Experiments aus Kinderaugen auf die Probe stellt: Zweiergruppen bestehend aus Jungen und Mädchen sollen Bälle der Farbe nach in zwei Vasen sortieren und werden danach mit Weingummi belohnt. Die Mädchen erhalten jedoch deutlich weniger, was mit ihrem Geschlecht begründet wird.

Das einhellige Fazit: Eine Logik existiert für die Kinder dahinter nicht, das ist einfach nur ungerecht. „Sie war genauso gut wie ich, also sollten wir auch die selbe Belohnung bekommen“ und „Mädchen sind nicht weniger wert als Jungen“ sind Statements die hier zu hören sind und in ihrer kindlichen Naivität gänzlich wertfrei aufzeigen, was eigentlich gelebter Alltag sein sollte: Wenn zwei Menschen dieselbe Arbeit machen, sollten sie auch gleich dafür bezahlt werden, egal ob Frau oder Mann.

Alles kinderleicht also? Nicht wirklich, wie die Situation hierzulande zeigt. Auch in Deutschlands Finanzwelt existiert die Lohnlücke, wenngleich weniger breit: selbst nach Abzug von Faktoren wie Teilzeit verdienen Frauen hier sieben Prozent weniger als Männer für dieselbe oder eine vergleichbare Tätigkeit. Und das Thema polarisiert. Allein die Liste an Kommentaren zum Video bei YouTube bietet Lustiges und Besorgniserregendes. Von ekelhafter Linkspropaganda ist da die Rede, von Manipulation mit Hilfe von Kindern und davon, dass eine genderspezifische Ungleichheit beim Lohn sowieso grober Unfug sei.

Um Debatten wie diesen vorzubeugen, trat am 6. Januar eigentlich das sogenannte Entgeldtransparenzgesetz (EntgTranspG) in Kraft. Danach haben Beschäftigte das Recht zu erfahren, was Kolleginnen und Kollegen verdienen, die eine vergleichbare Tätigkeit ausüben. Genutzt hat das bisher jedoch wenigen, denn die Hürden des Gesetzgebers sind hoch. So gilt das Gesetz nur für Betriebe mit mindestens 200 Angestellten, in dem dann zusätzlich mindestens 6 Vertreter des anderen Geschlechts eine vergleichbare Tätigkeit ausüben müssen. Mitarbeiterinnen von kleinen und Mittelständischen Unternehmen bleiben dadurch von vorneherein ausgeschlossen. Genau hier sei die Entgeltdiskriminierung jedoch am höchsten, wie Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des DGB, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk herausstellte.

Die Lohnlücke im Finanzsektor bleibt also auch weiterhin ein heikles Thema. Wie die Finanzbranche damit in Zukunft umgehen will, erfahren Sie aus erster Hand auf unserem Fachkongress „newworkforfinance“ vom 19.-20.03.2019 in Köln. Zur Agenda und Anmeldung geht es hier entlang.

Alle Beiträge aus unserem Ressort „Personal“ finden Sie hier.

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