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Geld mit Sinn: Die Bank für Gemeinwohl

Einen Wandel der Finanzlandschaft hin zum ethischen Banking – diesen ehrgeizigen Plan verfolgen die Gründer des Projekts Bank für Gemeinwohl. Ab 2018 will die sich noch in der Gründung befindende Bank ein Konto mit Sozialbeitrag sowie Bankomat- und Kreditkarte Wirklichkeit werden lassen.

Von Frederik Schorr - 28. April 2017
Bank für Gemeinwohl

Bildnachweis: iStock.com/veerasakpiyawatanakul

Was wäre, wenn eine Volkswirtschaft sich nicht den finanziellen Gewinn als oberstes Ziel setzte, sondern das Wohl der Gesellschaft? Auf diesem Gedanken beruht die Gemeinwohl-Ökonomie, ein alternatives ethisches Wirtschaftsmodell, das kürzlich von der ZEIT mit dem „Mut zur Nachhaltigkeit“ Preis ausgezeichnet wurde. Deren Begründer Christian Felber ist auch einer der Gründer des Projekts Bank für Gemeinwohl.

Gemeinwohl statt Gewinnmaximierung

Gemeinwohlökonomie bedeutet: Unternehmerischer Erfolg wird nicht mehr (ausschließlich) am monetären Gewinn gemessen, sondern am Beitrag zum Gemeinwohl. Das ist, was „wirklich zählt“. Dafür braucht es ein unternehmerisches Ökosystem und daher gründen wir die Bank für Gemeinwohl – diese ist nicht auf Gewinnmaximierung sondern auf das Wohl der Gesellschaft ausgerichtet.

Ethisches Banking

Manche werden sich fragen: Noch eine Bank bei diesem Zinsniveau – im „overbanked“ Österreich – wie soll das gehen? Wir richten uns an Menschen, die sich einen Wandel der Finanzlandschaft wünschen und ethische Investments tätigen. Die sicher sein möchten, dass mit ihrem Geld nur nachhaltige und gesellschaftlich sinnvolle Projekte unterstützt werden. Und die bereit sind, für ethisches Banking zu zahlen. Diese Marktnische war bisher in Österreich unbesetzt, es gibt bei uns noch keine Ethikbank. Das Angebot wird preislich im traditionellen Mittelfeld liegen, während die Kostenstruktur vergleichbar mit reinen Online-Instituten ist – daraus werden wir einen Beitrag zum Gemeinwohl finanzieren.  Wir werden Unternehmungen fördern, die bei traditionellen Banken nicht immer als kreditwürdig gelten, aus den Bereichen Ökologie, erneuerbare Energien, soziales Engagement, Bildungsprojekte, nachhaltiges Bauen, etc.

Bereits 5000 Genossenschaftsmitglieder

Die Idee zu einer Ethikbank reicht zurück zur Finanzkrise 2008. Rund um die initialen Visionär/innen hat sich im Laufe der Jahre ein Team von Bankenprofis gesellt, einen Businessplan erstellt und mit dem Aufbau der Bank begonnen. In der Zwischenzeit haben sich über 5.000 Menschen zu einer Genossenschaft zusammen gefunden und bereits über 3,6 Millionen Euro investiert. Mit zwei großen europäischen Ethikbanken werden gerade Kooperationen verhandelt.  Das Kernteam besteht derzeit aus ca. 20 Mitarbeitern und rund 80 österreichweit tätigen Ehrenamtlichen.

Gemeinwohlkonto ab dem Jahr 2018

Als Minimal Viable Product (MVP) wird Anfang 2018 das Gemeinwohl-Konto lanciert. Dafür arbeitet unser Bankteam mit Hochdruck an einem vollwertigen Zahlungskonto inkl. Debit- und Kreditkarte auf Basis der europäischen Payment Service Directive (PSD). Parallel dazu starten wir gerade eine Crowdfunding-Plattform. Wir haben ja in Österreich mit dem Alternativfinanzierungsgesetz, das seit Anfang 2016 in Kraft ist, einen ausgezeichneten Rahmen dafür. In einem zweiten Schritt wird dann die volle Banken-Konzession beantragt, um dann auch Spar- und Kreditprodukte anbieten zu können. Alle Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz in Österreich, Deutschland und der Schweiz können sich ab 200 EUR an der Genossenschaft zur Gründung einer Bank für Gemeinwohl beteiligen und somit einen wichtigen Beitrag für das Wohl der Gesellschaft leisten!

www.mitgruenden.at

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