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Jeder angelegte Euro erzeugt Wirkung

Die Klimaziele der EU können nur erreicht werden, wenn sie zusätzliche Investitionen in Milliardenhöhe mobilisiert. Über Erfolg und Scheitern entscheiden auch Europas Banken.

Von Anton Bonnländer - 14. Februar 2020

Foto: istock.com/Jannoon028

Für die Gesellschaft stellen sich schon länger fundamentale Fragen. Etwa: Wieviel Rohstoffe brauchen wir und welche lassen sich ersetzen? Wie lässt sich der Energieumbau sinnvoll managen? Und wie organisieren wir nachhaltiges Wachstum und meistern den demografischen Wandel?

Für den Sozialbereich gibt die Bank für Sozialwirtschaft (BFS) mögliche Antworten. Durch die langfristige Kreditvergabe an ausschließlich institutionelle Kunden aus der Sozial- und Gesundheitswirtschaft erzielt sie einen Impact, der auf die soziale Dimension der Nachhaltigkeit einzahlt. Die Kunden decken mit ihren Leistungen viele Bedürfnisse unserer Gesellschaft ab. Sie erbringen Gesundheitsversorgung und soziale Dienste, Pflege- und Betreuungsleistungen.

Nicht nur durch die Kundenstruktur sind Nachhaltigkeit und Social Impact Investing bei der BFS tief im Geschäftsmodell verankert. Auch stellen die Gründungsgesellschafter, Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, bis heute den überwiegenden Teil der Anteilseigner. Damit fließen die Dividenden in die Sozialwirtschaft zurück. Für die Eigenanlagen der Bank gelten strenge Auswahlkriterien, die hohe Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.

In der Anlageberatung und Vermögensverwaltung hat die Bank ein Beratungsuniversum aufgebaut, das neben wirtschaftlicher Solidität vor allem nachhaltige Qualitätsfaktoren berücksichtigt – unabhängig von Vertriebspartnerschaften. In den Beratungsgesprächen thematisiert sie die Nachhaltigkeitsqualität und die Risikoaversion der möglichen Geldanlagen. Die Anleger der BFS sind in aller Regel gemeinnützig und verwalten als Treuhänder die Anlagegelder. Sie benötigen zuverlässige Cashflows, die häufig wieder in ihre sozialwirtschaftlichen Aufgaben einfließen. Sie benötigen aber auch einen objektiven Partner, der auf ökonomische, ökologische und sozialethische Qualität setzt, sinnvolle Anlagerichtlinien vorschlägt oder bestehende kontinuierlich nach den Kundenbedürfnissen weiterentwickelt.

Neben Anlagemöglichkeiten von anderen Anbietern bietet die BFS auch drei eigene Nachhaltigkeitsfonds an. Sie wurden vom Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. mehrfach mit dem FNG-Siegel ausgezeichnet. Um in die BFS-Nachhaltigkeitsfonds zu investieren, muss man kein Kunde der Bank sein. Auch Privatanleger können sie erwerben.

Für große institutionelle Anleger eröffnet die Bank für Sozialwirtschaft zudem Investitionsopportunitäten im Sozial- und Gesundheitsmarkt, die den besonderen Bedürfnissen von Versorgungswerken, Pensionskassen, Versicherungen und Family Offices Rechnung tragen. Ihr Anspruch ist dabei der faire Ausgleich der Interessen von Investoren und Kapitalnachfragern. Das schließt bewusste Abstriche bei der Renditemaximierung zugunsten eines wirtschaftlich tragfähigen und damit nachhaltigen Ertragskonzepts ein und entspricht damit Anlagebedürfnissen, die solide ökonomische Renditen mit sozial-ethischem Ertrag verbinden wollen.

Wie wichtig die Rolle der Finanzbranche bei der Förderung von Nachhaltigkeit ist, zeigen auch die jüngsten Aktivitäten der EU und der BaFin. Um die Treibhausgasemissionen der EU-Mitgliedsstaaten bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, setzt die EU vor allem auf den Ausbau Erneuerbarer Energien und die Reduktion des Energieverbrauchs. Hierfür beziffert sie einen zusätzlichen Investitionsbedarf von rund 180 Milliarden Euro jährlich. Dem Finanzwesen wird eine Schlüsselrolle zugewiesen. Entsprechend zielt der EU-Aktionsplan Sustainable Finance darauf ab, die Kapitalflüsse auf nachhaltige Investitionen umzulenken, finanzielle Risiken aus dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit und sozialen Problemen zu bewältigen und die Transparenz und Langfristigkeit der Finanztätigkeit zu fördern.

Die BaFin hat angekündigt, ihr aufsichtliches Instrumentarium auf einen Kurs hin zu mehr Nachhaltigkeit auszurichten. Sie erwartet, dass Unternehmen sich mit den klimabedingten Risiken auseinandersetzen und verdeutlicht, dass diese Erwartungshaltung Bestandteil des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) wird.

Eins sollten wir uns stets bewusst machen: Jeder angelegte Euro erzeugt Wirkung. Wir entscheiden, welche Unternehmen und Institutionen wir für förderungswürdig halten. Und wir haben es in der Hand, was wir mit unseren Geldanlagen unterstützen wollen.

Tipp: Sie möchten mehr zum Thema Nachhaltigkeit lesen? Dann empfehlen wir Ihnen unsere Artikel „Nachhaltigkeit ist mehr als nur ‚grünes Geld‘„, „Wird Nachhaltigkeit zum Standard?“ und „Ein zweites Leben für neue Räume„.

Anton Bonnländer

Bank für Sozialwirtschaft

Anton Bonnländer ist Berater der Bank für Sozialwirtschaft für institutionelle Anlagelösungen.

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